Panel 8
34. Studierendentagung der Deutschen Gesellschaft für Empirische Kulturwissenschaft, Würzburg, 26.–29.05.2022

Panel 8

Nachhaltiges (Grund-)Wassermanagement: Zusammenarbeit in unsicheren Zeiten

Kristiane Fehrs und Ulrike Mausolf

Wann?
Samstag, 28.05., 16.30–18 Uhr
Wo?
Phil-Gebäude, Hörsaal 4
Hybrid?
Referentinnen online; Vortrag wird in den Hörsaal übertragen

Wie lassen sich Einträge in (Grund-)Wasser nachvollziehen? Wieviel Wasser kann in den nächsten Jahren entnommen werden, ohne den (Grund-)Wasserspiegel zu gefährden? Welche Baumarten werden Extremwetterereignisse überleben? Diese und ähnliche Fragen stellen sich (Grund-)Wasserakteur*innen in Mansfeld-Südharz, einem Landkreis Sachsen-Anhalts, der im Regenschatten des Harzes liegt.

Seit 2018 werden große Teile des Landkreises statt mit lokalem Grundwasser mit Trinkwasser aus der Rappbode-Talsperre versorgt. Die Umstellung führte u.A. dazu, dass Grundwasser aus dem speziellen Trinkwasserschutz herausfiel, die Zentralisierung der Trinkwasserversorgung kritisch diskutiert wird und mögliche Auswirkungen des Klimawandels auf den Harz auch in Mansfeld-Südharz stärker in den Fokus rücken.

In unserem Vortrag stellen wir erste Erkenntnisse aus unseren Masterarbeiten vor, die wir im Rahmen des Nachwuchsforschungsprojekts regulate am Institut für sozialökologische Forschung (ISOE) schreiben. Wir stellen Fragen danach, wie Grundwasser und Trinkwasser in diesen Aushandlungen konzeptionalisiert werden, wie Zukünfte imaginiert und Vergangenheiten konstruiert werden und inwiefern Materialitäten auf unterschiedlichen Ebenen relevant (gemacht) werden: Wie wird nachhaltiges (Grund-)Wassermanagement ausgehandelt und somit entschieden, was bleibt und was kommt?

Unsere Forschungen sind von der interdisziplinären Zusammenarbeit innerhalb unseres Forschungsteams sowie von der transdisziplinär ausgerichteten Forschung von regulate geprägt: Das Projekt arbeitet eng mit den (Grund-)Wasserakteur*innen vor Ort zusammen, schafft durch Workshops einen Raum für Austausch und möchte gemeinsam mit ihnen ein Leitbild für das (Grund-)Wassermanagement der Region erarbeiten. In unserem Vortrag möchten wir über die Potenziale dieses kooperativen Prozesses sowohl für unser ethnographisches Arbeiten als auch für das Nachdenken über nachhaltige Nutzungen von Ressourcen wie Grundwasser reflektieren.

Kristiane Fehrs und Ulrike Mausolf

Kristiane Fehrs ist Masterstudentin am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt Universität zu Berlin. Ihren Bachelor hat sie an der HafenCity Universität in Hamburg in dem interdisziplinär ausgerichteten Stadtforschungs-Studiengang Kultur der Metropole gemacht. Seit 2021 arbeitet sie als studentische Mitarbeiterin in dem Forschungsprojekt regulate des Instituts für sozial-ökologische Forschung (ISOE). Sie interessiert sich für Naturenkulturen und mehr-als-menschliche Verflechtungen und legt einen Fokus auf feministische und postsozialistische Perspektiven.

Ulrike Mausolf studiert im Master Ethnographie am Institut für Europäische Ethnologie der Humboldt-Universität zu Berlin, wo sie zuvor ihren Bachelor in Europäischer Ethnologie und Kulturwissenschaften absolvierte. Von 2018 bis 2021 arbeitete sie am Institut als Tutorin und studentische Hilfskraft. Seit Januar 2022 arbeitet sie im Projekt regulate des Instituts für sozial-ökologische Forschung im Schwerpunkt Wasserressourcen und Landnutzung. Sie beschäftigt sich u.A. mit Aushandlungen von Teilhabe in postozialistischen Kontexten und interessiert sich besonders für ethnographisch-methodologische Fragen und intersektionale Ansätze.

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